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20.01.2010

Dresdner SPD-Frontfrau Friedel hat das Besondere des Dresdner Gedenkens nicht begriffen

In der Debatte zum heute von der CDU/FDP-Mehrheit im Sächsischen Landtag beschlossenen neuen sächsischen Versammlungsgesetzes trat für die SPD Sabine Friedel ans Pult. Friedel ist gleichzeitig Dresdner Stadträtin und Chefin des SPD-Stadtverbandes. In der Debatte stellte Frau Friedel die Tatsache in Zweifel, dass die Dresdner Frauenkirche, Neumarkt und Teile der Dresdner Innenstadt im Zusammenhang mit dem 13. und 14. Februar als Gedenkstätten zu betrachten seien. Wörtlich erklärte sie: „Frauenkirche und Neumarkt...ich hätte Zweifel, das als Gedenkstätte zu betrachten." Und weiter: „Am 13. und 14. Februar kann ich, wenn das ein Werktag ist, in dieser Gedenkstätte Fischbrötchen und Unterhosen kaufen, ich kann in die Drogerie gehen, ich kann mir die Haare schneiden lassen und die Hühneraugen entfernen lassen.... Was hat das mit Gedenkstätte zu tun?"

Dazu erklärt Johannes Lohmeyer, Vorsitzender der FDP Dresden:

"Auch zu DDR-Zeiten haben sich die Dresdner eine sehr eigene, würdige und zurückhaltende Kultur des Gedenkens an die Zerstörung der Stadt und die tausenden Opfer des 13./14. Februar 1945 bewahrt. Selbst den SED-Machthabern war es nie gelungen, das Gedenken für die eigene Propaganda zu instrumentalisieren. Die Dresdner haben still gedacht. Dazu gehört das Läuten des Glockenspiels der Kreuzkirche, das Entzünden einer Kerze, verbunden mit dem Gang in die Innenstadt, zum Neumarkt, zur Ruine und später zur wieder errichteten Frauenkirche.

Es waren die Dresdner selbst, die am 13. und 14. Februar eines jeden Jahres Frauenkirche, Neumarkt und Innenstadt - wo in der Bombennacht Tausende den Tod fanden - zu Gedenkstätten werden ließen. Den Gedenkstättencharakter an genau diesen beiden Tagen mit dem Verweis auf Fischbrötchen, Unterhosen und Hühneraugen zu marginalisieren, ist unanständig. Frau Friedel hat das Besondere des Dresdner Gedenkens nicht begriffen. Beim Gedenken an die Opfer braucht Dresden weder rechte Aufmärsche, noch linke Randale und auch keine flapsigen Politikerreden."

Dresden, 20.01.2010